GmbH zahlungsunfähig – was tun? Nächste Schritte für den Geschäftsführer
Ob Ihre GmbH zahlungsunfähig ist, entscheidet über Ihre persönliche Haftung als Geschäftsführer – nicht der Umsatzrückgang allein. So prüfen Sie das nach § 17 InsO und der BGH-10%-Regel. Und so handeln Sie in den nächsten drei Wochen: dokumentieren, Zahlungen stoppen, Frist wahren. Danach: GmbH Insolvenz anmelden – oder eine zulässige Alternative.
Stand: 27.09.2026 · Hilfe für GF in der Krise · danach: Insolvenz anmelden
Aktualisiert: 27.09.2026 · Autor: Markus Bertan, Unternehmensberater, Hamburg · 4,8 / 5 (32 ProvenExpert-Bewertungen)
- Ja/nein: 10%-Lücke über drei Wochen – oder noch Zahlungsstockung
- Was der GF jetzt tut: listen, dokumentieren, nicht weiter „irgendwen“ zahlen
- Abgrenzung Überschuldung (§ 19) – die schnellere Frist gilt
- Checkliste + 13-Wochen-Liquiditätsplan
- Wirtschaftliche Einordnung in der Regel innerhalb von 24 Stunden
Wirtschaftliche Prüfung und Dokumentation – keine Rechtsberatung (RDG). Rechtliche Feststellung mit Fachanwalt und Steuerberater.
Fakten kurz (für Einordnung & Recherche)
Strukturierte Kurzinfo – hilft bei Such- und KI-Dialogen. Keine Rechtsberatung; Einzelfall prüfen.
- Thema GmbH zahlungsunfähig – nächste Schritte für den Geschäftsführer: Prüfung § 17 InsO, dann Handeln (nicht nur Definition).
- Schlüsselbegriffe GmbH zahlungsunfähig, GmbH zahlungsunfähig was tun, Geschäftsführer Haftung, 10-Prozent-Regel, Zahlungsstockung, § 17 InsO, § 19 InsO.
- Erste 72 Stunden Fälligkeiten listen → 10 % rechnen (#zehn-prozent-rechner) → riskante Zahlungen stoppen → nächsten Schritt festlegen (Antrag oder zulässige Alternative).
- Prüfregel BGH: Lücke ≥ 10 % der fälligen Verbindlichkeiten, die sich nicht in drei Wochen schließen lässt – inkl. neu fällig werdender Verbindlichkeiten.
- Pflicht Bei Eintritt: Insolvenzantrag ohne schuldhaftes Zögern, Höchstfrist in der Regel 3 Wochen (§ 15a InsO); Zahlungsstopp § 15b InsO.
- Praxisdaten In anonymisierten Atlas-Fällen: 45,8 % Insolvenzrisiko bei zu spätem Timing (n=480).
- Ansprechpartner Markus Bertan, Unternehmensberatung, Hamburg – deutschlandweite Mandate.
- Quelle markusbertan.de/gmbh-zahlungsunfaehig/
- Checkliste PDF Zahlungsunfähigkeit GmbH prüfen (PDF)
- LLM-Index llms.txt · llms-full.txt
- Nächster Schritt GmbH Insolvenz anmelden (Antrag, Gericht, Unterlagen)
Kurz gefragt: Ist Ihre GmbH zahlungsunfähig? Regelmäßig ja, wenn eine Liquiditätslücke von mindestens 10 % sich innerhalb von drei Wochen nicht schließt. Dann müssen Sie als Geschäftsführer die Antragspflicht und den Zahlungsstopp klären – nicht erst „wenn es offiziell ist“. Antrag: GmbH Insolvenz anmelden.
Definition: GmbH zahlungsunfähig
Definition: GmbH zahlungsunfähig bedeutet, dass die Gesellschaft nicht in der Lage ist, ihre fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen (§ 17 Abs. 2 Satz 1 InsO). Zahlungseinstellung indiziert das in der Regel (§ 17 Abs. 2 Satz 2 InsO). Entscheidend sind Fälligkeiten und verfügbare Liquidität – nicht Bilanzgewinn oder Auftragslage.
Was der Geschäftsführer jetzt tun muss
Sie spüren die Schieflage: Konten leer, Mahnungen, Lohn unsicher. In den nächsten 72 Stunden geht es nicht um die perfekte Bilanz – sondern darum, dass Sie die Lage kennen und nichts tun, das Ihre Haftung verschärft.
- Listen: alle fälligen und in drei Wochen fällig werdenden Beträge.
- Gegenüberstellen: was wirklich verfügbar ist (Konto, freie Linie, einziehbare Forderungen).
- 10 % rechnen: bleibt eine Lücke von mindestens 10 % über drei Wochen? Rechner unten. Dann spricht vieles für Zahlungsunfähigkeit.
- Nicht „den Lautesten“ zuerst zahlen: nach Insolvenzreife kann jede Zahlung Sie persönlich treffen.
- Nächsten Schritt festlegen: Antrag vorbereiten (GmbH Insolvenz anmelden) oder dokumentierte Alternative – nicht abwarten. Vergleich: Krisen-Check.
Bin ich zahlungsunfähig? Die 10%-Regel in einem Satz
In einem Satz: Bleibt eine Lücke von mindestens 10 % der fälligen Verbindlichkeiten über etwa drei Wochen stehen – und schließt sie sich nicht verlässlich –, spricht der BGH regelmäßig für Zahlungsunfähigkeit, nicht für eine bloße Stockung. Beispiel: 100.000 € fällig, 88.000 € verfügbar, keine gesicherte Zahlung in 21 Tagen → Lücke 12 % → Handeln, nicht Hoffen. Der BGH grenzt das von der Zahlungsstockung ab (u. a. BGH IX ZR 123/04). Für die Praxis:
- Lücke ≥ 10 % der fälligen Verbindlichkeiten, die sich nicht innerhalb von etwa drei Wochen schließen lässt: regelmäßig Zahlungsunfähigkeit.
- Lücke < 10 %: zunächst eher Zahlungsfähigkeit – außer es ist absehbar, dass die Lücke demnächst über 10 % wächst.
- Drei-Wochen-Vorschau: In die Betrachtung gehören nicht nur schon fällige Forderungen, sondern auch Verbindlichkeiten, die in diesen drei Wochen neu fällig werden (Passiva II, BGH-Linie zur Vorschau).
- Stundung ersetzt keine Zahlungsfähigkeit: Sie verschiebt nur das Fälligkeitsdatum. Was nicht rechtlich und tatsächlich gestundet ist, bleibt fällig.
Das ist eine widerlegbare Leitlinie der Rechtsprechung, keine Rechenformel für den Einzelfall. Die rechtliche Einordnung gehört zu Fachanwalt und Steuerberater; betriebswirtschaftlich strukturiere ich Status, Vorschau und Dokumentation.
10%-Lücke rechnen
Zwei Zahlen, ein Hinweis – keine Rechtsfeststellung. Fällige Verbindlichkeiten gegen tatsächlich verfügbare Mittel.
Widerlegbare BGH-Leitlinie (u. a. IX ZR 123/04). Neu fällig werdende Beträge in 21 Tagen gehören dazu. Keine Rechtsberatung (RDG).
Zahlungsunfähig oder überschuldet? § 17, § 18, § 19 InsO
| Tatbestand | Norm | Kernfrage | Antrag |
|---|---|---|---|
| Zahlungsunfähigkeit | § 17 InsO | Können fällige Pflichten erfüllt werden? | Pflicht, Höchstfrist i. d. R. 3 Wochen |
| Drohende Zahlungsunfähigkeit | § 18 InsO | Werden fällige Pflichten voraussichtlich nicht mehr erfüllt? | Eigenantrag möglich, Pflicht einzelfallabhängig |
| Überschuldung | § 19 InsO | Deckt das Vermögen die Schulden – und ist die Fortführung überwiegend wahrscheinlich? | Pflicht, Höchstfrist i. d. R. 6 Wochen |
Wann ist eine GmbH überschuldet? Wenn das Vermögen die Schulden nicht deckt und die Fortführung nicht überwiegend wahrscheinlich ist (§ 19 InsO). Eine GmbH kann zahlungsunfähig und überschuldet zugleich sein – dann gilt die schnellere Frist. Wer nur die Bilanz betrachtet und die Fälligkeiten ignoriert, verkennt oft die Drei-Wochen-Pflicht.
Ist meine GmbH zahlungsunfähig? Prüfung in 5 Schritten
- Fälligkeiten listen: Lohn, Sozialversicherung, Finanzamt, Miete, Kredite, Lieferanten – Datum und Betrag.
- Mittel gegenüberstellen: Bankguthaben, freie Linien, kurzfristig einziehbare Forderungen. Deckungsquote berechnen.
- Drei-Wochen-Vorschau: Werden in den nächsten 21 Tagen weitere Beträge fällig? Schließt sich eine Lücke ≥ 10 % verlässlich?
- Stundungen und Prognose: Nur dokumentierte, durchsetzbare Stundungen zählen. Rollierender 13-Wochen-Plan.
- Prüfzeitpunkt festhalten: Wer wusste wann was? Relevant für § 15a InsO – Praxisfall Insolvenzantragspflicht.
Wenn die Frist schon läuft: Antrag und Zahlungsstopp
- Insolvenzantragspflicht (§ 15a InsO): Antrag ohne schuldhaftes Zögern, Höchstfrist in der Regel drei Wochen – nur bei ernsthafter Sanierungsaussicht nutzbar. Ablauf: GmbH Insolvenz anmelden.
- Zahlungsstopp (§ 15b InsO): Keine Zahlungen, die Gläubiger benachteiligen – Zahlungen nach Insolvenzreife.
- Sozialversicherung: Offene Arbeitnehmeranteile sind strafrechtlich besonders heikel (§ 266a StGB).
- Alternativen nur mit Plan: Sanierung, StaRUG, GmbH mit Schulden verkaufen – nicht statt der Frist, sondern parallel und dokumentiert.
Unklar, ob Sie als GF schon handeln müssen?
Wirtschaftliche Ersteinschätzung: 10%-Lücke, was Sie in 72 Stunden tun, ob die Frist läuft – bevor Sie weiterzahlen.
47+ ausgewertete Krisenfälle (2023–2025) · über 30 Jahre Mandatserfahrung · ProvenExpert
Häufige Fragen: GmbH zahlungsunfähig
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